65 Prozent der Promovierenden, die sich an der Umfrage beteiligten, äußerten, sie seien zufrieden mit den Promotionsbedingungen an der Universität Stuttgart, weitere 24 Prozent gaben an, teilweise zufrieden zu sein. Insbesondere die „Freiheit bei der Durchführung von Forschungsvorhaben“ und „die Möglichkeit zum selbstständigen wissenschaftlichen Arbeiten“ bewerteten viele Teilnehmer*innen positiv. Auch die hochwertige fachliche Betreuung und das Engagement der Betreuer*innen tragen laut Befragung zur Zufriedenheit bei. Mehr als zwei Drittel der Umfrageteilnehmer*innen fühlen sich gut betreut.
Um ein ganzheitliches Bild zu erhalten, befragte die Universität auch die Betreuenden: 70 Prozent der Umfrageteilnehmer*innen zeigten sich zufrieden mit den Betreuungsbedingungen. Sie hoben besonders die Freiheit in der Ausgestaltung der Promotionsvorhaben, in Forschung und Lehre, den Gestaltungsspielraum, das produktive Arbeitsklima sowie das wissenschaftliche Umfeld und die vielen Kooperationsmöglichkeiten innerhalb der Universität, aber auch mit externen Partnern aus Wissenschaft und Industrie hervor.

Die Universität Stuttgart ist attraktiv für Nachwuchswissenschaftler*innen
„Die Umfrage bestätigt, dass die Universität Stuttgart ein attraktiver Ort für Nachwuchswissenschaftler*innen ist. Darauf wollen wir uns aber nicht ausruhen, sondern die Bedingungen im Promotionswesen kontinuierlich verbessern“, sagt Prof. Judith Tonhauser, Prorektorin für wissenschaftlichen Nachwuchs und Diversity an der Universität Stuttgart. „Gelingen kann das nur gemeinsam, im Dialog mit allen Beteiligten. Daher bin ich dankbar, dass sich gleich beim ersten Durchlauf zahlreiche Akteurinnen und Akteure aus unterschiedlichen Statusgruppen an der Umfrage beteiligt haben. Wir haben wertvollen Input erhalten“, sagt Prof. Manfred Bischoff, Prorektor für Forschung und nachhaltige Entwicklung.
23 Prozent der rund 3.000 Promovierenden und 41 Prozent der Betreuungspersonen nahmen teil. Durchgeführt wurde die Umfrage von der Graduierten-Akademie GRADUS gemeinsam mit der Stabsstelle Qualitätsentwicklung.
Die Bestandsaufnahme soll auch Verbesserungspotential aufzeigen
Neben dem positiven Feedback geben die Umfrageergebnisse auch Hinweise auf potenzielle Entwicklungsfelder. Zum Beispiel bei der Gewinnung neuer Promovierender: Die Daten zeigen, dass relevante Kontakte zwischen Betreuungspersonen und Promovierenden oft bereits während des Studiums geknüpft werden und dass die Bindung der Studierenden an die Universität Stuttgart stark ist. „Wir freuen uns, dass unsere Studierenden gerne zum Promovieren an der Universität Stuttgart bleiben und sehen das als sehr gute Grundlage um in Zukunft mehr Promovierende zu gewinnen, die nicht hier studiert haben“, sagt Tonhauser.

Auch das Beschäftigungsverhältnis stand im Fokus. Die meisten Befragten gaben an, finanziell gut abgesichert zu sein. Eine Herausforderung ist laut Umfrage die zeitliche Vereinbarkeit von Promotionsvorhaben und anderen Tätigkeiten aus dem Beschäftigungsverhältnis - insbesondere für diejenigen, die bei einem externen Arbeitgeber angestellt sind. „Diese Herausforderung existiert auch an anderen Universitäten, denn Stellen wissenschaftlicher Mitarbeitender sind, insbesondere bei externen Beschäftigungsverhältnissen, nicht immer explizite Promotionsstellen. Dennoch bleibt es ein Desiderat für die Universität, dafür zu sorgen, dass Promotionen in einer angemessenen Zeit abgeschlossen werden können“, sagt Tonhauser.
Wichtiges Instrument der Qualitätssicherung
Die Durchführung der ersten Promovierenden- und Betreuendenbefragung ist ein wichtiger Meilenstein bei der Einrichtung eines Qualitätssicherungssystems für das Promotionswesen an der Universität Stuttgart. Die anonymisierten Ergebnisse der Befragung wurden den Promotionsausschüssen in den Fakultäten, den wissenschaftsunterstützenden Einheiten sowie der Hochschulleitung zur Verfügung gestellt. Damit soll unter allen am Promotionswesen beteiligten Akteur*innen – Promovierende, Betreuende, Fakultäten und wissenschaftsunterstützende Einheiten – ein Dialog angestoßen werden. Ziel dieses partizipativen Ansatzes ist es, gemeinsam Maßnahmen zur weiteren Optimierung des Promotionswesens zu entwickeln. In einem dreijährigen Turnus werden künftig Promovierende und Betreuende befragt. Das soll regelmäßig Aufschluss darüber geben, ob man sich bei dem Prozess auf dem richtigen Weg befindet.
Einführung eines Qualitätssicherungssystems im Promotionswesen (QUSProm) an der Universität Stuttgart
„Ein zukunftsfähiges Promotionswesen mit optimalen Bedingungen für alle“ – das ist das Ziel von QUSProm. Der Weg dahin führt über transparente Qualitätsstandards, einfache Prozesse und insbesondere den Input von Promovierenden, Betreuenden und wissenschaftsunterstützenden Einheiten.
Projekt QUSProm
Kontakt

Lena Jauernig
Redakteurin Wissenschaftskommunikation / Wissenschaftlicher Nachwuchs